Ausführliche Informationen

Der Winzerort Klotten liegt ca. 4 km nordöstlich von Cochem und ca. 52 km südwestlich von Koblenz an einem lang gezogenen Bogen der Mosel am linken Ufer, malerisch eingebettet in eine reizvolle Landschaft mit saftigen Wiesen, schattigen Wäldern, Obstplantagen und sonnigen Weinberghängen. Die örtlichen Weinlagen heißen „Klottener Brauneberg“, „Klottener Sonnengold“ und „Klottener Burg Coraidelsteiner“. Sie gehören zur Großlage „Goldbäumchen“, zu der auch die Weinlagen der Weinorte Ernst, Pommern, Müden und Moselkern sowie teilweise von Senheim mit Senhals, Briedern, Ellenz-Poltersdorf, Bruttig-Fankel, Cochem und Treis-Karden gehören. Die Mosel legt von Klotten bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 48 km zurück. Klotten hat eine Bahnstation und ist über die B 416 erreichbar.

Die Zierde des Ortes sind die Burgruine Coraidelstein, die romantisch gelegene Pfarrkirche St. Maximin sowie die schönen Fachwerkhäuser mit ihrer geschichtlichen Vergangenheit. Alte Steinkreuze und Kapellen erzählen von Krieg, Krankheit und Unglück der Vorfahren. Gepflegte Gasthäuser und Cafés laden gerne ein und sorgen für gute Verpflegung.

Das Wappen der Gemeinde Klotten setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Das linke Feld zeigt auf silbernem Grund einen roten Torturm mit drei Zinnen, offenem Tor und drei Fenstern. In dem blauen Feld rechts erkennt man einen Bischofsstab vor einem schräg laufenden, silbernen Wellenband.

Zur Geschichte

Klotten ist eine der ältesten Siedlungen der Region. Die ältesten Spuren Klottens sind auf einer Anhöhe zu suchen. Und in der Tat stützt der archäologische Fund eines Abschnittswalls, der so genannten „Schwedenschanze“, aus keltischer Zeit auf dem Klottener Berg diese Annahme. Wesentlich mehr Fundstellen sind aus römischer Zeit bekannt. Am westlichen Ortsausgang entdeckte man römische Siedlungsreste und Brandgräber aus dem 3. und 4. Jahrhundert, die 1999 zerstört wurden. Zwischen Fellerbach und Dortebach wurde eine römische Villa mit einem dazugehörigen Gräberfeld freigelegt. Reste einer dritten Siedlungsstelle fand man erst relativ spät am rechten Moselufer in Richtung Cochem. Eine vierte Siedlung, wahrscheinlich ebenfalls eine Villa, lag schließlich hinter der „Schwedenschanze“. Hier wurden Scherben aus dem späten 2. Jahrhundert und eine römische Handmühle gefunden. Auf den Hängen der Burg Coraidelstein gab es römische Münzfunde und Keramikfunde aus dem 3. und 4. Jahrhundert. Das dazugehörige Gräberfeld befand sich im Bereich der heutigen Pfarrkirche.

Fassbarer wird die Geschichte Klottens mit dem Ende des 7. Jahrhunderts. Im Jahre 698 wurde der an der unteren Mosel gelegene Ort das erste Mal als „mons Clothariensis“ urkundlich erwähnt. Der Ort entstand aus einem fränkischen Königsgut und entwickelte sich zwischen den Bächen Eltz und Endert zum Mittelpunkt des pfalzgräflichen Besitzes an der Mosel. Davon zeugt auch die Tatsache, dass in Klotten ein Wochenmarkt abgehalten wurde, nachweislich bis 1375.

In den Jahren 1040 bis 1047 weilte die Polenkönigin Richeza, Enkelin von Kaiser Otto II. (955 bis 983), auf ihren Besitzungen in Klotten und der Umgebung. Richeza wurde um das Jahr 997 geboren und bereits im Alter von fünf Jahren mit dem späteren polnischen König Boleslaw verlobt. Mehr aus Gehorsam denn aus Liebe reichte sie 1018 dem Polenprinzen die Hand zum Lebensbund. So war denn die Ehe auch keine glückliche. Auch in den Jahren nach dem Tod ihres geisteskrank gewordenen Gatten erlebte Richeza viel Leid. Ihres ruhelosen Lebens überdrüssig zog sie sich schließlich auf ihre Besitzungen in Klotten zurück, wo ihr neben der Burg Coraidelstein auch Wälder, Wiesen und Weinberge gehörten.

Im Jahre 1056 wurden Teile der Gemarkung Klotten von den Pfalzgrafen an die Abtei Brauweiler geschenkt. Der Rest wurde 1294 an das Erzbistum Trier übergeben. Die Stadtrechte erhielt Klotten 1332 von Kaiser Ludwig IV. von Bayern (Kaiser von 1328 bis 1347). 1337 wurde es sogar unter dem Erzbischof von Trier Balduin von Luxemburg (* 1285, Kurfürst 7. Dezember 1307, † 21. Januar 1354) kurtrierische Amtsstadt. Im gleichen Jahr begann der Ausbau der Stadtbefestigung. Als Klotten 1346 schließlich unumschränktes Eigentum des Kurfürstentums Trier wurde, verlor der Ort an Bedeutung. Er gehörte von nun an zum Amt Cochem.

Im Jahre 1590 wollte der Niederländer Oliver Tempel mit einer Truppe von 800 Mann bei einem Plünderungszug auch den Ort Klotten überfallen, nachdem sich die Bewohner geweigert hatten, ihm 323 Reichstaler zu übergeben. Stattdessen errichteten diese vom Moselufer bis zu den Weinberghängen einen Wall aus Weinfässern und Reisigbündeln. Beim Versuch der Soldaten, die Weinfässer zu überschreiten wurden sie von den sich schlafend stellenden Wächtern überwältigt. Die Klottener bauten den Wall aus, der ihnen auch 1690 beim Raubzug der Franzosen nützliche Dienste leistete.

Mit der Gründung des Regierungsbezirks Koblenz und seiner Kreise 1816 unter preußischer Herrschaft, kam Klotten zum Kreis Cochem. Ihm gehörte es bis 1976 an. Seit der Gebietsreform ist Klotten dem neu geschaffenen Kreis Cochem-Zell zugehörig. Der Ort ist auch Mitglied der Verbandsgemeinde Cochem-Land.

Sehenswertes

Klotten bietet viele Sehenswürdigkeiten wie die Burgruine Coraidelstein, die schon zur Römerzeit eine Höhenbefestigung war. Zeugen einer langen Vergangenheit sind darüber hinaus trotz Bombardierung im Jahre 1944 die katholische Pfarrkirche St. Maximin und viele alte romanische Steinhäuser, Fachwerkhäuser und Weinhöfe.

Pfarrkirche St. Maximin

Das erste katholische Gotteshaus gehörte zu den frühesten königlichen Kirchen der unteren Mosel. Erwähnt wurde es bereits im 8. Jahrhundert. Eine zweite Kirche, ein romanischer Steinbau, wurde 1004 eingeweiht. Die spätgotische Hallenkirche St. Maximin wurde 1525 oberhalb von Klotten erbaut. Die Pfarrkirche Maximin hat in den zwei ursprünglichen Schiffen ein Sterngewölbe. 1868 wurde St. Maximin in Norden zur dreischiffigen Hallenkirche umgebaut. Charakteristisch für die Klottener Kirche ist das Fehlen eines eigentlichen Portals. Der Westturm stammt noch aus romanischer Zeit. 1564 wurde er um das obere Geschoß mit Rundbogenfries und Maßwerkgalerie erweitert.

Von der Innenausstattung sind vor allem sehenswert die Sandsteinaufsätze von Nikolausaltar, Muttergottesaltar und Hubertusaltar, alle aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, eine prächtige Sandsteinkanzel sowie das Vesperbild um 1500. Die Sandsteinkanzel ist ein aufwendiges Werk mit vielen Figuren. Getragen wird sie von einer Petrusfigur. Über dem Kopf thront ein korinthisches Kapitell. Vor scharfkantigen Nischenfeldern sind die vier Evangelisten mit ihren Attributen zu sehen. Über jeder Nische befinden sich geflügelte Engelsköpfe. Die Felder entlang des Kanzelaufgangs zieren Figuren des Himmel fahrenden Christus und der Muttergottes mit Kind.

Der rechte Seitenaltar aus dem Jahre 1628 zeigt im Hauptbild die Bekehrung des hl. Hubertus. Umrahmt wird das Gemälde von korinthischen Säulen. In den Seitennischen sind Figuren der Heiligen Augustinus und Hubertus zu sehen. Auf dem Sockelstreifen befinden sich Reliefs mit Szenen aus der Passion Christi.

Der Nikolausaltar der Pfarrkirche stammt aus einer ehemaligen Nikolauskapelle, die die Polenkönigin Richeza 1040 in Klotten hatte errichten lassen. Nach ihrem Tode ging die Kapelle in den Besitz der Brauweiler Patres über. Nach der Aufhebung der Propstei Brauweiler wurde die kleine Kirche von der Zivilgemeinde zunächst als Abstellraum benutzt. 1874 wurde sie zu einem dreigeschossigen Schulgebäude mit Lehrerwohnung und Spritzenhaus umgebaut. Bei Luftangriffen 1944 wurde das Gebäude schließlich völlig zerstört.

Aus der Ruine errichtete man in der Nachkriegszeit eine Mädchenschule, die später als Kindergarten genutzt wurde. An die ehemalige Nikolauskapelle erinnert heute nur noch eine Steinfigur des hl. Nikolaus an der Außenwand. Der Altar konnte jedoch gerettet und in die Pfarrkirche überführt werden. Im Mittelfeld des Altaraufsatzes steht eine Figur des hl. Nikolaus. Die Hand erhebend segnet er die Stifter des Altares zu seinen Füßen. In den Seitennischen erkennt man die heiligen Bischöfe Augustinus und Martin. Zwischen dem Hauptfeld und den Seitenfeldern befinden sich Figuren des hl. Abts Benedikt und der hl. Scholastika. Ganz oben auf dem Altar thront eine Muttergottes mit Kind.

Allgemein

Klotten ist heute ein einladendes Weindorf mit hohen Besucherzahlen. Zum touristischen Angebot gehören unter anderem eine Planwagenfahrt oder eine Weinwanderung für Gruppen durch die Weinberge Weinproben in einem der Weinkeller, bei dem die verschiedenen Klottener Weine verköstigt werden.

Freizeit- und Sportmöglichkeiten in Klotten oder der näheren Umgebung: Wasserski, Angeln, Wassersport. Eine moderne Schießsportanlage, Tennisplatz und Minigolf-Anlage stehen ebenfalls zur Verfügung. Auch ein Grillplatz ist vorhanden.

Schiffsfahrten auf der Mosel starten von der eigenen Schiffsanlegestelle in Klotten. Fährbetrieb mit einer der letzten Seilschleppfähren an der Mosel zum gegenüberliegenden Moselufer mit dem Vogelschutzgebiet Pommerner Held.

Über die örtlichen, lang gedehnten Wanderwege kann man die reizvolle Landschaft mit dem Wildpark und den Weinbergen durchforsten. Von den Moselhöhen hat man einen ausschweifenden Blick auf das Moseltal.

Dortebachtal

Im angrenzenden Dortebachtal (Erosionstal ca. 1 km moselabwärts von Klotten) mit seinen Trockenrasenhängen wurde 1930 das erste Naturschutzgebiet an der Mosel geschaffen, da man hier seltene Tierarten und Pflanzenarten vorfindet, die an anderen Orten schon längst ausgestorben sind. Der untere Teil des Dortebachtales ist von besonderer Schönheit. Es öffnet sich zwischen zwei Felsköpfen zur Mosel hin. Etwas oberhalb springt ein felsiger Rücken hervor, der vom Bach umflossen wird.

Ein Hinweisschild unter der Eisenbahn zeigt den Weg zu diesem sehenswerten Tal. Es kann von der Bundesstraße 49 bis zum 12 m hohen Wasserfall begangen werden.

Wer aber das Tal in seiner Gesamtheit kennen lernen möchte, der sollte den steilen Schieferpfad zum Moselhöhenweg wählen.

Wild- und Freizeitpark Klotten

Der Wildpark und Freizeitpark Klotten im Wald auf einem Bergrücken zwischen Klotten und Cochem lohnt in jedem Fall einen Besuch. Er ist von Klotten aus über einen Weg zu erreichen, der in Serpentinen den Berg hinaufführt. Etwas abenteuerlicher ist dagegen die Anreise mit der Sesselbahn von Cochem aus. Von der Bergstation aus ist es nur noch ein kurzer Spaziergang bis zum Park. Am Eingang begrüßt Maskottchen „Klotti“ die Besucher, ein verschmitzter kleiner Bär mit Mütze. Ihm begegnet man dann immer wieder als Wegweiser.

Tourismusangebote

Von Klotten führen mehrere Wanderwege in Seitentäler und die Weinberge hinauf zu den Höhen der Eifel. Besonders empfehlenswert ist natürlich eine Wanderung durch das erwähnte Dortebachtal mit seinen wildromantischen Schluchten. Ein weiteres Ausflugsziel könnte das ca. 3 km von Klotten entfernte Valwigerberg mit seiner Wallfahrtskirche auf der rechten Moselseite sein. Von dort führt ein schattiger Weg zu einem bewaldeten Aussichtspunkt mit herrlicher Aussicht auf Cochem.

Von Klotten nach Cochem führt der Moselhöhenweg zunächst vorbei an der Burgruine Coraidelstein hinauf zum Friedenskreuz. Auf dem weiteren Weg nach Cochem kommt man an zahlreichen möglichen Haltepunkten vorbei. Dazu zählen die Seitskapelle bei Klotten, zwei Schutzhütten, der Wildpark und der Märchenwald Klotten sowie der Aussichtspunkt Pinnerberg.

Von Klotten nach Treis-Karden führt der Moselhöhenweg zunächst durchs Moseltal nach Pommern und dann weiter über den Pommerner Martberg.

Reizvoll sind auch Fahrradausflüge durch das romantische Moseltal. Von Klotten aus führt der Mosel-Radweg flussabwärts in Richtung Pommern, Treis-Karden und Müden. Moselaufwärts setzt er sich auf der gegenüberliegenden Seite in Richtung Cochem-Cond, Valwig, Bruttig-Fankel und Beilstein fort. Die andere Moselseite ist in Klotten mit einer Fähre zu erreichen. Wer von Klotten aus mit dem Fahrrad direkt nach Cochem fahren will, muss den Radweg parallel der viel befahrenen Bundesstraße 49 benutzen.

In Klotten finden jährlich drei Weinfeste statt, bei denen reichlich Moselwein fließt. Am ersten Wochenende im August feiert man das Klottener Wein- und Heimatfest, am ersten Wochenende im September das Winzerhoffest und am ersten Wochenende im Oktober das Weinernte-Fest.